Portrait Lukas Moll: © Sylvette Loda
Künstlerinterview
11 Fragen an
Lukas Moll
Manchmal braucht ein gutes Gespräch Zeit zu reifen. Vor gut einem Jahr traf ich den Kölner Künstler Lukas Moll zum ersten Mal persönlich bei einer Ausstellung in der Galerie Stephan Stumpf in München. Schon damals faszinierte mich nicht nur die Ästhetik seiner Ölbilder, sondern auch seine klare Haltung zur Sichtbarkeit queerer Identitäten in der Kunstwelt.
Heute, ein Jahr später, ist Lukas mehr denn je eine zentrale Stimme der Szene – nicht nur als Maler, sondern auch als Gründer des Queer Art Hubs und seines eigenen Podcasts. Ich freue mich riesig, dass wir unser damals versprochenes Interview nun endlich in die Tat umsetzen.
Wir tauchen ein in ein Gespräch über die Magie der Unschärfe, den Mut zur politischen Kunst und die Frage, wie wir die Kunstwelt gemeinsam ein Stück weit revolutionieren können. Hier sind meine 11 Fragen an Lukas Moll:
1 Das Handwerk als Basis
Claudine: Lukas, bevor wir über die Botschaft sprechen, möchte ich über deine Technik reden. Deine Ölbilder haben diese faszinierende Bewegungsunschärfe. Du nutzt eine Tapezierbürste, um die nasse Farbe zu verwischen – ein Prozess, den du nur bedingt kontrollieren kannst. Ist dieser Kontrollverlust für dich vielleicht ein Symbol für das Leben an sich?
Lukas Moll: Genau bei den Werken von 2024 bis Mitte 2025 habe ich eine Tapezierbürste verwendet und erzeuge damit einen horizontalen Wischeffekt, der an Bewegungsunschärfe erinnert. Seit Mitte 2025 nutze ich eine leicht andere Technik, bei der ich einen Makeup-Pinsel verwende und die noch frische Farbe sowohl horizontal als auch vertikal verwische, dadurch entsteht ein anderer Unschärfe-Effekt, der an verschwommene Polaroids erinnert.
Am Anfang habe ich mich schwer damit getan, dass diese Techniken nicht vollständig kontrollierbar sind, die Ergebnisse waren nie ganz berechenbar und gerade am Anfang musste ich durch ausprobieren von unterschiedlichen Malmittel-Farbe-Verhältnissen viel lernen, um den Effekt so kontrollierbar wie möglich zu machen. Mittlerweile empfinde ich diesen Schritt in meiner Arbeit als unglaublich befreiend.
Loslassen von den akribischen Details und damit tatsächlich auch ein Stück weit von der Individualität der gezeigten Person. Durch die Unschärfe werden Betrachtende viel mehr gefordert ihre eigenen Erlebnisse und Geschichten in ein Werk miteinfließen zu lassen, da das Motiv seine Details in der Unschärfe verliert. Ein Symbol für das Leben an sich? Vielleicht unterbewusst, aber auf jeden Fall ein schöner Gedanke!
Bild: Fragmented, 100 x 70 cm, Öl auf Leinwand, © Lukas Moll
2 Die unsichtbaren Geschichten
Claudine: Du sagst, deine Werke erzählen Geschichten, die oft unsichtbar bleiben. Wenn wir vor einem deiner fragmentierten Porträts stehen – was ist das Gefühl, das du beim Betrachter am liebsten auslösen möchtest?
Lukas Moll: Ich glaube, es gibt nicht das „eine Gefühl“, das ich auslösen möchte. Sie sind vielmehr eine Einladung sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, gerade wenn wir bei den Werken aus der „Fragmented“-Reihe bleiben. Wir alle haben verschiedene Anteile in uns, manche davon mussten wir erlernen, aufbauen wie Schutzschilde, andere Anteile verstecken wir vor manchen Menschen und offenbaren sie nur sehr wenigen. Manche Anteile verstecken wir sogar vor uns selbst und wollen sie nicht wahrhaben. All diese Anteile machen uns zu der Person, die wir sind.
3 Der persönliche Umbruch
Claudine: Du hast dich bewusst für die Kunst entschieden, nachdem du bereits in anderen Berufsfeldern Fuß gefasst hattest. War diese Entscheidung auch ein Coming-out für deine künstlerische Wahrheit? Gab es diesen einen „Klick-Moment“, in dem du wusstest: Ich muss die Leinwand zu meinem Hauptberuf machen, um meine eigene Stimme zu finden?
Lukas Moll: Es ist sogar fast andersherum, dass ich schon immer wusste, dass die Kunst – oder besser von der Kunst zu leben – das Ziel ist. Als ich mein Abitur gemacht habe und mich entscheiden musste, was ich studiere, bzw. was ich für eine Ausbildung mache, war mir klar: Wenn ich Kunst studiere, wird es sehr anstrengend und ob ich dann davon leben kann, unklar.
Also habe ich mich für Marketingmanagement entschieden – etwas, wovon ich als Künstler profitieren würde und etwas, dass nicht meine Kreativität zu sehr in Anspruch nehmen würde, so dass ich weiterhin Energie für das Schaffen von Kunst habe. Dann arbeitete ich einige Jahre Vollzeit in Marketing-Agenturen und verfolgte parallel meine Kunstkarriere. Das war sehr anstrengend, aber ich hatte immer den Traum von der Kunst vor Augen. Mit der Kunst ging es jedes Jahr ein wenig bergauf und irgendwann habe ich angefangen, meine Arbeitszeit im Marketing zu reduzieren und der Kunst mehr Zeit einzuräumen.
Einen Klick-Moment gab es dennoch: Die Entscheidung, mich selbst als queeren Künstler zu bezeichnen und darauf meine künstlerische Identität aufzubauen. Das hat zum einen meine künstlerische Praxis enorm bereichert und mich als Künstler gestärkt und zum anderen auch meinen finanziellen Erfolg enorm gepushed, da ich auf einmal eine künstlerische Stimme und als Künstler etwas zu sagen hatte.
4 Begriffserklärung (für Einsteiger)
Claudine: Der Begriff „Queer Art“ begegnet uns immer häufiger. Wie würdest du jemandem, der bisher kaum Berührungspunkte damit hatte, erklären, was ein Kunstwerk zu „queerer Kunst“ macht? Ist Kunst für dich automatisch „queer“, weil du sie als queere Person erschaffst, oder muss auch das Motiv eine politische Botschaft tragen?
Lukas Moll: Hier gibt es natürlich immer sehr viele Definitionen und jede*r darf das ganz selbst entscheiden. Für mich war sehr schnell klar, dass es mir zu kurz gedacht ist, wenn „queere Kunst“ nur dann queer ist, wenn sie „queere Themen“ behandelt. Das würde bedeuten, das Kunst nur dann queer ist, wenn es explizit sichtbar ist und das wiederum reproduziert Stereotypen und damit auch Diskriminierung. Was sind schon queere Themen?
Meine Lebensrealität ist queer, das bedeutet aber nicht, dass sich alles in meinem Leben um meine Sexualität oder Geschlechtsidentität dreht. Ich beschäftige mich in meiner Kunst z.B. auch mit der Entfremdung von meiner Familie, etwas das nicht nur queere Personen erleben, und trotzdem ist meine Perspektive eine queere Perspektive. Für mich bedeutet damit, dass queere Kunst in erster Linie Kunst ist, die aus der Perspektive einer queeren Person geschaffen wurde – egal welches Thema die Kunst behandelt.
Bild: Ohne Titel, 30 x 24 cm, Öl auf Holz, © Lukas Moll
5 Herausforderungen im Kunstmarkt
Claudine: Du bist sehr gut vernetzt. Wo siehst du aktuell die größten Barrieren für queere Künstler:innen innerhalb des traditionellen Galerie- und Museumsbetriebs? Musstest du schon einmal erleben, dass Galerien oder Sammler dich gebeten haben, deine „Queerness“ im Werk etwas abzumildern, um „massentauglicher“ zu sein?
Lukas Moll: Ich bin ganz froh, dass ich in den letzten Jahren ein wirklich großes Netzwerk aufbauen konnte und mittlerweile auch in institutionellen Kontexten gezeigt werde, aber Barrieren gibt es natürlich trotzdem. Für queere Kunst bzw. queere Künstler*innen ist, glaube ich, eine der größten Hindernisse, dass ihre Kunst oft nur im Rahmen von queeren Sonderausstellungen gezeigt wird.
Natürlich toll, dass vermehrt queere Ausstellungen organisiert und kuratiert werden, leider passiert dann oft genau das, was ich bei der vorherigen Frage angesprochen habe: Es soll möglichst Kunst sein, der man ansieht, dass sie queer ist – am besten sogar etwas mit Shock-Value, Erotik, vielleicht sogar pornografisch. So wird queere Kunst schnell fetischisiert und es geht oft nur um Sex, Sexualität und Geschlecht. Das reproduziert dann wiederum Stereotypen. Meist gibt es dann zum CSD* passend eine Ausstellung in einer Galerie oder einem Museum und dann hat man das Thema auch erstmal wieder abgehakt. Es gibt also wenig „Plätze“ für queere Künstler*innen und diese sind heiß begehrt. (*Christopher Street Day)
Tatsächlich hatte ich auch letztes Jahr einmal den Fall mit einer Kölner Galerie, mit der ich vorher über Monate angebandelt habe und man sich beschnuppert hat, ob man zusammen arbeitet. Am Ende habe ich mich gegen eine Zusammenarbeit entschieden, da mir die Galeristin geraten hat, meinen Fokus nicht auf das Thema „Queer“ zu legen, weil das ihre Stammkund*innen abschrecken könnte und sie wolle, dass ihre Galerie ein neutraler Raum ist. Ich würde tolle Kunst machen, sollte aber am besten nicht so darüber sprechen, wie ich es tue.
Queere Stimmen stumm zu machen, ist das Gegenteil von Neutralität, daher war eine Zusammenarbeit für mich keine Option, auch wenn es sich um eine etablierte Galerie handelt.
6 Die Geburtsstunde einer Idee
Claudine: Warum war es für dich keine Option, einfach „nur“ Maler zu sein? Was war der konkrete Auslöser, den Queer Art Hub zu gründen? War das ein Akt aus einer eigenen Notwendigkeit heraus – weil dir eine Plattform für den Austausch mit Gleichgesinnten fehlte?
Lukas Moll: Ich hatte ehrlich gesagt, schon länger die Idee, irgendwann eine physische Galerie für queere Kunst zu eröffnen. Ich finde einfach, dass es enorm viel unglaublich tolle queere Kunst gibt. Diese Idee habe ich aber immer aufgeschoben, da ich mich erst auf meine eigene künstlerische Karriere fokussieren wollte, und mir Räumlichkeiten, die angemessen für eine Galerie wären, auch einfach zum jetzigen Zeitpunkt nicht leisten kann.
2024 gab es dann in Köln eine Ausschreiben für ein „Queer Art Festival“ von einer Galerie, mit der ich kurzfristig mal zusammegearbeitet hatte – diese Ausschreibung war leider nicht in in geschlechtergerechter Sprache formuliert. Etwas, dass ich unglaublich wichtig finde, im Kontext von queerer Identität, daher habe ich an dieser Ausschreibung nicht teilgenommen. Ich war aber bei dem Festival vor Ort, da ich queere Künstler*innen gerne unterstütze. Leider hat sich meine Intuition bestätigt und dieses Event war für mein Empfinden nicht inklusiv genug. An vielen Stellen ist das Problem aufgetreten, das ich bereits beschrieben habe, es wurden Stereotypen reproduziert und damit Diskriminierung verstärkt.
Das war für mich der Punkt an dem ich dachte: „Das hätte ich besser gekonnt“ – und dann hab ich, in einer Hau-Ruck-Aktion, den Queer Art Hub als Online-Galerie aus dem Boden gestampft. Tatsächlich habe ich auch 2 Wochen nach Live-Gang eine physische Ausstellung in Köln, mit den ersten 6 Künstler*innen auf die Beine gestellt, bei der wir 25 Werke verkaufen konnten. Ein voller Erfolg.
Bild: That one summer, 50 x 40 cm, Öl auf Holz,
© Lukas Moll
Bild: Boy in the blue dress, 30 x 24 cm, Öl auf Holz,
© Lukas Moll
7 Strukturwandel
Claudine: Was genau ist die Mission des Hubs? Geht es dir primär um die Sichtbarkeit im Netz, oder wächst daraus gerade eine physische Bewegung, die den klassischen Kunstmarkt herausfordert?
Lukas Moll: Am Anfang war tatsächlich die Idee, dass es etwas rein Digitales werden soll. Ich wollte mein Marketing-Wissen nutzen, um queere Künstler*innen sichtbarer zu machen und ihnen einen professionellen Rahmen bieten, ihre Kunst zu zeigen. Bei der Online-Plattform profitiere ich auch gar nicht von den Künstler*innen, die Teilnahme ist kostenlos und die Werke werden direkt von den Künstler*innen verkauft und nicht über mich.
Da ich aber direkt von Anfang an das Angebot bekommen hatte, eine Pop-Up-Ausstellung zu machen, hat sich die Idee schnell weiterentwickelt, einmal im Jahr eine physische Ausstellung zu kuratieren und dann auch wirklich Kunst zu verkaufen. Im ersten Jahr habe ich mit 6 Künstler*innen ausgestellt und im zweiten Jahr, 2025, mit 16 Künstler*innen aus ganz Deutschland. Die Ausstellung letztes Jahr war unglaublich gut besucht und wir haben echt viel Kunst verkaufen können.
Fordere ich damit den Kunstmarkt heraus? Ich glaube nicht, ich ermögliche nur Künstler*innen Zugang dazu. Ich versuche so zu agieren, wie ich es mir von Menschen in meinem Umfeld gewünscht hätte, als ich damals meine Karriere gestartet habe. Am Anfang meiner Karriere gab es echt viele Menschen, die von Künstler*innen profitieren, ohne etwas adäquates anzubieten. Ich möchte jungen queeren Künstler*innen zeigen, dass es auch anders sein kann.
8 Sichtbarkeit vs. Sicherheit
Claudine: Freiheit bedeutet für dich „Sicherheit trotz Sichtbarkeit“. Wie schaffst du dir in deinem Atelier in Köln diesen sicheren Raum, um so verletzliche Themen wie Einsamkeit und Sehnsucht zu bearbeiten? Wie hilft die Community im Hub den einzelnen Künstler:innen, mutiger mit ihrer Identität nach außen zu gehen?
Lukas Moll: In meinem Atelier in Köln, bin ich ja zum Glück nur für mich sichtbar, das macht es mir einfach, mich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Das ist mein Safe-Space, mein Ort an dem ich künstlerisch Schaffen kann, auch wenn mal etwas dabei herauskommt, was besser niemand anderes sieht. 😉 Dann aber mit diesen Werken raus zu gehen in die Öffentlichkeit und sie auf Ausstellungen oder Messen zu zeigen, ist nochmal etwas ganz anderes.
Gerade weil meine Kunst oft sehr verletzlich ist und ich oft eigene Themen verarbeite, ist es immer aufregend, sobald meine Kunst von allen gesehen und beurteilt werden kann. Gleichzeitig habe ich die Erfahrung gemacht, dass dadurch auch unglaublich verletzliche und einfühlsame Gespräche entstehen.
Ich nenne den Queer Art Hub und auch die Ausstellungen des Queer Art Hub auch gerne „Safe Space für queere Kunst/Künstler*innen“. Ich will, dass sich dort queere Künstler*innen sicher fühlen können und ihre Identität mutig zeigen können.
Das bedeutet natürlich vor allem, dass ich mich enorm viel damit auseinandersetzen muss, wie ich den Hub so aufbaue, dass er keine diskriminierenden Strukturen aufrechterhält. Das fängt ja schon bei der Sprache an. Allerdings bedeutet das auch, dass in dem Hub kein Platz für Menschen ist, die diskriminieren oder die Kunst anderer Teilnehmer*innen abwerten. Im letzten Jahr musste ich kurz vor der Ausstellung des Queer Art Hub die Zusammenarbeit mit einer Person beenden, da sie wiederholt die Kunst von anderen Künstler*innen schlecht gemacht hat.
Portrait Lukas Moll: © Sylvette Loda
Portrait Lukas Moll: © Sylvette Loda
9 Die Stimme des Podcasts
Claudine: In deinem Podcast „Queer Art Talk“ sprichst du offen über die Spannungen zwischen künstlerischer Integrität und dem Druck, Bilder verkaufen zu müssen. Wie gehst du mit diesem Widerspruch um? Was war die wichtigste Erkenntnis, die du aus den Gesprächen mit deinen Kolleg:innen mitgenommen hast?
Lukas Moll: Es erfordert enorm viel Mut und Selbstvertrauen, sich darauf zu verlassen, dass die künstlerische Integrität und Authentizität das stärkste Verkaufsargument ist. Das musste ich selber lernen und ab und zu ertappe ich mich immer noch dabei zu zweifeln, ob das, was ich mache, „gut genug“ ist oder „Markttauglich“.
In meinen Gesprächen im Podcast, aber auch abseits davon, ist für mich, glaube ich, die wichtigste Erkenntnis, dass alle Künstler*innen diese Zweifel in sich tragen. Zu einem gewissen Anteil ist es vielleicht sogar gut, denn diese Zweifel spornen uns an uns weiterzuentwickeln, aber wir dürfen nicht zulassen, dass wir uns darin verlieren, weil wir Trends hinterherjagen.
10 Politik auf der Leinwand
Claudine: Manche sagen, Kunst solle nur für sich selbst stehen. Du sagst, queere Sichtbarkeit ist immer politisch. Wie gehst du damit um, wenn Betrachter deine Bilder „nur“ schön finden, aber die politische Ebene dahinter ignorieren?
Lukas Moll: Es stört mich überhaupt nicht, wenn jemand meine Werke einfach „nur“ schön findet – Im Gegenteil. Ich höre ganz oft auf Ausstellungen, oder Messen, dass Menschen sagen: „Ich hab ja keine Ahnung von Kunst, aber das was du machst berührt mich irgendwie“ und das finde ich ausreichend. Es ist ein toller niederschwelliger Zugang zu Kunst und vielleicht auch zu einem weiteren Austausch über das Werk. Meine Kunst hat natürlich auch eine politische Ebene, diese ist aber oft nur implizit sichtbar und erfordert, dass man sich darauf einlässt. Deshalb bin ich mit meiner Stimme dafür umso aktiver und expliziter, was die politischen Themen angeht. Mit meiner Stimme sorge ich dafür, dass niemand meine Kunst kauft, der queerfeindlich ist – zumindest hat es bisher immer geklappt.
11 Einladung an alle
Claudine: Was wünschst du dir von Menschen, die nicht zur queeren Community gehören, wenn sie deine Ausstellungen besuchen oder den Hub entdecken? Wie können wir alle zu Verbündeten für mehr Diversität in der Kunst werden?
Lukas Moll: Mein Wunsch wäre und das gilt eigentlich immer, wenn es um Minderheiten geht, nicht nur in Ausstellungen: Hört zu, gebt den Menschen Raum und Sichtbarkeit für die dieser Raum da ist. Hört zu und versetzt euch in die Perspektive dieser Menschen. Hinterfragt eure bestehenden Annahmen und lasst zu, die Welt einmal aus anderen Augen zu sehen. Begegnet der Kunst und den Künstler*innen mit Empathie und Neugierde.